Beitrag von: Johannes Vollmer, LogIn Suchtberatung und Psychosoziale Betreuung / Arthur Coffin, Fachbereichsleitung niedrigschwellige Hilfen und Beratung
Digitale Zugänge sind längst ein fester Bestandteil moderner Suchtberatung – und sie verändern den Alltag von Klient*innen wie Fachkräften. Menschen informieren sich heute online, vergleichen Angebote, suchen anonym und häufig außerhalb klassischer Öffnungszeiten nach Hilfe. Für Beratungsstellen bedeutet das: Wer erreichbar bleiben möchte, muss digitale Kontaktwege anbieten, strukturieren und kontinuierlich weiterentwickeln. Genau hier setzt das LogIn an – mit einem wachsenden digitalen Angebot, klaren Verantwortlichkeiten und einem Team, das digitale Beratung zu einem verlässlichen Bestandteil seiner Arbeit macht.
Verantwortung und Organisation
Johannes bildet den Dreh- und Angelpunkt für das digitale Angebot im LogIn. Er behält den Überblick über Programme und Plattformen, koordiniert gemeinsam mit Partnern wie Netzhaus und sorgt dafür, dass technische und inhaltliche Abläufe reibungslos funktionieren.
Ein praktisches Beispiel: die Optimierung der public mail als eigener Account, der die Bearbeitung eingehender Anfragen im Team erleichtert. Unterstützt wird Johannes von Julia und Pia, die je nach Bedarf einspringen, um die digitalen Zugänge zuverlässig „offen“ zu halten – vergleichbar mit einer Beratungstür, durch die jederzeit jemand hereinkommen kann.
Teamarbeit und digitale Kanäle
Das gesamte LogIn-Team arbeitet eng zusammen, um alle digitalen Angebote aktuell und funktionsfähig zu halten. Monatlich prüft das Beratungsteam den Status quo, um Qualität und Erreichbarkeit sicherzustellen.
An Werktagen übernehmen Johannes und Julia die Chat-Präsenz des Trägers – soweit es ihr Tagesgeschäft zulässt. So können direkte Anfragen beantwortet oder Offline-Nachrichten bearbeitet werden. Die public mail wird täglich von Johannes, Pia und Julia (als Backup) kollaborativ geprüft.
Über die Plattform Digi-Sucht bieten Johannes und Julia (demnächst) eine vollständige digitale Beratung an – für Konsument*innen, Angehörige und Fachkräfte.
Damit finden die digitalen Angebote auf drei Wegen statt:
- public mail
- trägerinternes Chat-Angebot
- Digi-Sucht – die datenschutzgerechte Onlineberatungsplattform
Transparenz durch Google-Rezensionen
Neu hinzu kommt die aktive Nutzung von Google-Rezensionen. Mit kleinen Kärtchen und QR-Codes geht das Team gezielt auf Klient*innen zu und lädt zur Bewertung ein. Dabei geht es nicht nur um Lob – auch konstruktive Kritik hilft, das Angebot weiterzuentwickeln und um zu zeigen, wie Suchtberatung heute arbeitet.
Digitalisierung im Alltag einer Suchtberatungsstelle – eine kurze Einordnung
Digitalisierung ist kein Zusatz mehr, sondern Rahmenbedingung. Sie bestimmt, wie Menschen nach Hilfe suchen, wann sie Unterstützung brauchen und welche Barrieren sie dabei überwinden müssen. Viele Klient*innen bevorzugen zunächst anonyme Kanäle, möchten keinen Anruf tätigen oder können persönlich nicht erscheinen. Andere sind beruflich eingebunden oder leben mobil – und erwarten schnelle, unkomplizierte Wege der Kontaktaufnahme.
Für Beratungsstellen bedeutet das:
- Erreichbarkeit erweitern: nicht nur räumlich, sondern zeitlich und emotional niedrigschwellig.
- Diversen Bedarfen gerecht werden: von kurzen Fragen im Chat bis zur strukturierten Onlineberatung.
- Professionelle Sichtbarkeit sichern: gute Online-Lesbarkeit, klare digitale Zugänge, seriöse Kommunikation.
- Rechtliche Anforderungen erfüllen: Datenschutz, Dokumentation und Qualitätssicherung digital denken.
- Anschluss an gesellschaftliche Entwicklungen halten: Wer digital nicht sichtbar ist, wird seltener gefunden.
Deshalb kann sich eine moderne Suchtberatung der Digitalisierung nicht entziehen – sie ist Voraussetzung dafür, Menschen zeitgemäß, sicher und barrierearm zu erreichen.
Wohin soll die Reise gehen?
Die Digitalisierung prägt zunehmend den Weg, wie Menschen Hilfe suchen. Mail, Chat oder Digi-Sucht decken unterschiedliche Bedarfe ab und ermöglichen, auch jene zu erreichen, die sonst keinen Zugang zur Beratungsstelle hätten.
Die public mail bietet schnellen, direkten Kontakt und erleichtert Terminvereinbarungen – inklusive digitaler Formulare, die den späteren Beratungsprozess strukturieren. Der Chat ermöglicht spontane Nachfragen, etwa zu Substanzen, Angeboten oder Notfallwegen. Digi-Sucht bietet eine vollständige, datenschutzgerechte Onlineberatung – basierend auf Wissen aus Face-to-Face-Arbeit, Fachartikeln und Weiterbildungen. Ein fehlender Baustein ist lediglich noch ein Digi-Sucht-Banner auf der Trägerseite, um Sichtbarkeit und Zugang weiter zu verbessern.
Für die Zukunft denkt das Team bereits weiter:
- Online-Terminbuchung
- ein KI-gestützter Chat für Offline-Zeiten
- und langfristig eine Digi-Sucht-App
Das LogIn macht sich fit für die digitale Zukunft – für mehr Reichweite, mehr Hilfe und mehr Klientinnen und Klienten.
Hinweis der Herausgebenden: Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln die Meinungen der Autor*innen wider. Sie repräsentieren nicht unbedingt die Ansicht der Herausgeber*innen.